Warum ich dieses Buch geschrieben habe ...

Bei der Erforschung der Zusammenhänge zwischen Psyche, Verhalten und Gesundheit wird Eines immer klarer: Ob ein Erwachsener gut mit Herausforderungen umgehen kann, sich selbst motivieren kann, welche Prioritäten er in seinem Leben setzt oder wie er mit anderen umgeht und wie glücklich er wird, hängt ganz entscheidend davon ab, wie mit ihm in seiner ersten Lebensphase umgegangen wird. Dieser äußere Einfluss, den wir Erziehung nennen, formt die Entwicklung des Gehirns und bahnt spätere Verhaltensweisen. Und zwar bleibend. Dabei sind die frühesten Einflüsse am prägendsten. Diese biopsychologische Bedingtheit will ich mit meinem Buch an vielen Beispielen, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, detailliert verständlich machen. Die überraschendste Erkenntnis könnte dabei sein, dass Erziehung weniger mit Denken und Lenken sondern eher etwas mit Farbe zu tun hat: Eltern und Erzieher färben ab, und zwar unbewusst, unwillentlich und permanent.
Sie sollten deshalb nicht vordergründig über verschiedene Wege der (bewussten) Erziehung streiten, sondern öfter versuchen, ihren eigenen unbewussten Handlungen im Nachhinein durch Selbstreflexion auf die Schliche zu kommen. Dabei könnte das Buch vielleicht helfen.
Die unmissverständliche Botschaft: In unserer Leistungsgesellschaft muss ganz generell neben dem analytischen Denken auch unseren intuitiven Fähigkeiten wieder ein größerer Stellenwert zuerkannt werden - denn über die Erziehung ihrer Kinder gestaltet eine Gesellschaft nichts weniger als ihre eigene Zukunft.